Liebe Mitglieder der Kirchengemeinde - Versöhnungskirche Lechfeld

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Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lechfeld

Ev.-Luth. Kirchengemeinde Lechfeld

Ev.-Luth. Kirchengem. Lechfeld
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Liebe Mitglieder der Kirchengemeinde

"Ein Neuer kommt!" – heißt es immer vieldeutig, wenn nach Weggang des vertrauten Pfarrers und  "pfarrerloser"  Vakanzzeit endlich bekannt gegeben wird, dass ein Bewerber für die Pfarrstelle gewählt wurde vom Kirchenvorstand und der Tag der Amtseinführung (die man "Installation" nennt) naht.

Jetzt kommt hier auf dem Lechfeld aber gar kein "Neuer" – zumindest für den engeren Kern der Gemeindeglieder – sondern ein recht vertrauter "Alter", der eigentlich schon die ganze Zeit da war, irgendwie doch schon dazugehört hat.

Pfarrer Eber hat immer von den inoffiziellen "zwei Sprengeln" gesprochen:
Der eine Sprengel heraußen vor dem Zaun der Lechfeldkaserne mit Graben, Kleinaitingen, Klosterlechfeld, Schwabstadl und Untermeitingen.
Und der andere Sprengel innerhalb von Kaserne und Fliegerhorst.
Die Staatsbürger in Uniform… und die ohne…

In den acht Jahren, die ich nun schon auf dem Lechfeld wohne und arbeite, haben wir das so gelebt, Pfarrer Eber und ich: Der Militärpfarrer gehört selbstverständlich dazu und ist im zivilen Gemeindeleben präsent: Sonntagsgottesdienst, Kasualien, Kirchenvorstandsarbeit…

Nun hüpfe ich sozusagen über den Zaun und werde der Nachfolger von Pfarrer Eber. Zugleich wünsche ich mir, dass mit meiner Nachfolge im Militärpfarramt dann ebenfalls dieses "Zwei-Sprengel-Modell"  so gut und segensreich fortgesetzt werden kann.

Aber erst einmal Perspektivwechsel und wieder landeskirchlicher Gemeindepfarrer: Puh, manches muss ich mir erst wieder aneignen, Religionsunterricht mit Kindern z.B. oder die Geschäftsführung eines Pfarramtes, die Frage der Gemeindefinanzen, die Verantwortung an vorderster Stelle zu stehen…

Auch wenn ich ein Teamplayer bin und mich zusammen mit dem Kirchenvorstand als Leitung der Gemeinde verstehe (und so ein Teilchen im Kirchenvorstand bin), ist es ja der Pfarrer auf der Pfarrstelle (ordentlich "bestallt" wie man so schön sagt), der "den Kopf für alles hinhält", nach außen sichtbarster Repräsentant der Gemeinde sein soll, usw.… Ich gebe zu, dass ich vor diesem "Seitenwechsel" schon gehörig Respekt habe.

Im Herbst 2009 habe ich meine erste eigene Pfarrstelle, eine kleine Diasporagemeinde in der Oberpfalz, nach neuneinhalb Jahren verlassen, um in der Militärseelsorge ein ganz anderes Arbeitsfeld zu haben. Davor war ich 2. Pfarrer in Sulzbach-Rosenberg für drei Jahre und davor wiederum Lehr-Vikar in Oberfranken nahe meines Geburtsortes Kronach, wo ich 1967 geboren wurde.

Klar bringe ich von da vieles an Erfahrung mit. Klar bin ich auch theologisch weiter gereift und nicht auf dem Stand des Theologiestudiums in Erlangen 1988-1994 stehen geblieben. Und klar: Auch als Mensch habe ich mich weiter entwickelt (bin… vielleicht… hoffentlich… ruhiger und gelassener geworden als in jüngeren Jahren… – auch wenn Impulsivität dennoch zu mir zu gehören scheint…).
Lebenskrisen, wie der Verlust meiner Ehe, haben mich verändert und vielleicht auch gestärkt gegenüber Krisen, aber auch für die Seelsorge an anderen in Krisen.

Fehler… – die mache ich wohl jeden Tag neu. Zumeist nicht die gleichen zweimal, denke ich. Aber Sie werden keinen fehlerfreien Pfarrer bekommen, denn der Pfarrer ist Mensch, und über den Menschen sagte Luther einmal: „simul justus et peccator“ – was ungefähr so viel heißt wie: beides steckt in mir, die guten, erfreulichen Charakterzüge, aber auch Wesenszüge, die mich von der Vollkommenheit der Liebe Gottes ein Stück entfernt sein lassen.

Ich will damit nicht etwa schon im Vorfeld etwas entschuldigen. Aber ich bin angewiesen auf Barmherzigkeit wie jeder Mensch. Wir alle sind aneinander gewiesen in der Gemeinschaft der Kinder Gottes, dass wir barmherzig miteinander umgehen. Versuchen wir, die Liebe zu den Menschen, die Jesus uns vorgelebt hat, selbst zu leben, auch wenn uns nicht immer alles aneinander passt. Jeder neue Tag ist da Aufgabe und Herausforderung.

Sie wissen schon ein bisschen, wen Sie da "bekommen": einen fliegenden, musikalischen Pfarrer, z.B. mit viel Liebe und Kreativität zum Gottesdienst, der auch Ideen zur Weiterentwicklung des Gemeindelebens hat; denn auch ich weiß ja schon ein bisschen, wo ich "lande": in einer Gemeinde mit vielen lieben Menschen, mit Begabungen und manchem Potential zum weiteren Blühen. Und wir wissen voneinander vielleicht auch schon die eine oder andere "Nichtschokoladen-Seite"…

Pfarrer Leander Sünkel als Pilot
Pfarrer Sünkel als Pilot
Umso wichtiger: ich bin angewiesen auf Ihre wohlwollende Begleitung und Unterstützung in diesem Amt als Pfarrer. Es ist eine besondere Berufung. Aber der Pfarrstelleninhaber steht nicht allein da, sondern gehört in die Gemeinde hinein, wie ein Puzzleteil zum Ganzen. Darum brauchen wir einander. Ich brauche Ihr Gebet und ihre Fürbitte für das, was ich tue, und versuche zu leben als Ihr Pfarrer, genauso wie ich Ihre tatkräftige Mitarbeit benötige. Seien Sie versichert: ich schätze alles, was Sie mir da anbieten.

"Gemeinsam sind wir stark" – das ist keine bloße Floskel. Das ist das Grundgeheimnis christlichen Lebens. Gemeinsam – untereinander, aber vor allem mit Jesus, unserem Herrn in der Mitte, und mit dem Segen Gottes über und uns – gemeinsam nur geht es, Glauben zu leben und Glaubensleben zu gestalten als Gemeinde.

Ich freue mich darauf. Ich freue mich auf Sie.


Auf ein gutes Miteinander
Ihr neuer Gemeindepfarrer
Leander Sünkel

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